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29.06.2016, 19:43 Uhr

Verlegung eines Stolpersteins in CDU-Patenschaft am 03. Juli 2016

Im vergangenen Jahr beschloss der Vorstand des CDU-Stadtverbands, dass die CDU künftig die Patenschaft für einen Stolperstein in Konstanz übernehmen wird.

Die Stolpersteine erinnern in zahlreichen Städten an die Opfer das Nationalsozialismus. Sie erinnern auch in Konstanz daran, dass es Verwandte, Nachbarn und Mitbürger waren, die auf vielfältige Weise Opfer des Terrorsystems wurden, indem sie verfolgt, deportiert oder zur Emigration gezwungen wurden. Die ehrenamtliche Initiative Stolpersteine e.V. verlegt in diesem Jahr neue Steine, darunter auch jenen, der künftig in der Obhut der CDU-Konstanz liegen wird.
Sehr herzlich möchten wir Sie einladen und am
Sonntag, dem 03. Juli 2016, um 10.45 Uhr, am Bodanplatz 10 der Steinverlegung beizuwohnen.

Der Stein erinnert an den Konstanzer Metzger Simon Levinger, ein weiterer wird für seine Frau Pauline verlegt. Eine Kurzbiografie finden Sie im unteren Teil. Die Daten wurden von Konstanzer Schülerinnen und Schülern während eines mehrmonatigen Projektes erarbeitet. Die Übernahme einer Patenschaft sieht der Stadtverband als Beitrag zu einer verantwortungsvollen Kultur des Erinnerns und Gedenkens, die stets Teil des christdemokratischen Selbstverständnisses war. Als eine der größten Parteien in der Stadt wollen wir damit ein Zeichen setzen gegen den fanatischen Irrglauben an eine Ideologie, die unbeschreibliches Leid in die Welt gebracht hat.

 Für die Steinverlegung im Rahmen des Gesamtprogramms mit vielen weiteren Verlegungen sind etwa 25 Minuten vorgesehen. Es wird eine kurze Ansprache und die Niederlegung von Blumen geben. Zudem werden Angehörige der Familie aus Israel anwesend sein.

Im Anhang finden Sie, den Flyer zur Stolpersteinverlegung,.

Weitere Informationen finden Sie auch im Internet unter 

http://stolpersteine-konstanz.de/index.html?2016_verlegungen.htm

Wir würde mich sehr freuen, möglichst viele Mitglieder, Gäste und Interessierte am 03. Juli begrüßen zu können.

 

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Kurzbiographie Simon Levinger

Simon Levinger wurde am 23.8.1866 als vierter Sohn von Wolf Levinger und Fanny Levinger, geb. Neuburger, in Gailingen geboren und erlernte den Beruf des Metzgers. Er heiratete Pauline Weil aus Eichstätten. Er folgte seinen Brüdern Salomon und Emanuel Levinger um 1897 nach Konstanz, wo Simon Levinger zunächst am Bodanplatz 3 eine koschere Metzgerei eröffnete. In Konstanz wurden die beiden Töchter Alice und Erna, geboren. Wenige Jahre später erwarb Simon Levinger das Haus Nummer 10 am Bodanplatz und ließ es umbauen. Im Erdgeschoss führte die Familie die Metzgerei. Von hier aus wurde das von Simon Levinger koscher geschlachtete Fleisch zeitweise auch an Konstanzer Hotels verkauft. Bereits kurz nach der Machtübernahme wurde das jüdische Schächten untersagt, verstärkt durch den Boykott jüdischer Geschäfte wurde der Familie damit die Existenzgrundlage entzogen. Im Sommer 1937 war Simon Levinger gezwungen, sein Haus und die Metzgerei zu verkaufen. Mit dem noch verbliebenen Inventar musste die Familie in bescheidenen Verhältnissen in die Obere Laube umziehen. Simon Levinger war inzwischen gesundheitlich sehr angeschlagen. Dennoch verfügten die Behörden einen weiteren Umzug im September 1939 in die Zogelmannstraße 16. Den Bemühungen der bereits emigrierten Tochter Erna war es zu verdanken, dass auch Simon Levinger, seine Frau Pauline und seine Tochter Alice mit Enkel Kurt Ende November 1939 nach Montevideo (Uruguay) auswandern konnten. Simon Levinger starb im Frühjahr 1941 im Alter von 74 Jahren in Montevideo.

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