Aus der Presse

23.07.2017, 15:55 Uhr | Südkurier

"Blickpunkt Petershausen - Stadtteil mit Zukunft?“ mit Oberbürgermeister Uli Burchardt


Konstanz – Der CDU-Stadtverband regt an, verwaiste Plätze wie den Gottmann- oder Benediktinerplatz zu beleben. In einer Debatte mit Oberbürgermeister Uli Burchardt und Bürgern über Petershausen-West, sagte CDU-Mann Burchardt, er sehe Chancen, die Freiflächen am und um den Gottmannplatz vom Edeka an der Reichenaustraße bis zum Areal Weiherhof-Nord neu zu denken. Das Gebiet Weiherhof-Nord wird gerade entwickelt, dort sollen Büro- und Wohnräume sowie ein neues Pflegeheim der Spitalstiftung entstehen. Der Gottmannplatz könnte für das Quartier eine ganz neue Rolle spielen. Eventuell gelinge es auch, Privatleute, die dort Flächen haben, für Investitionen zu gewinnen. In der Einschätzung, ob die Stadt grün genug ist, gehen die Wahrnehmungen von OB und Bürgern auseinander, das zeigte sich in der Debatte mit den rund 40 Gästen des Gesprächsabends.

Der Stadtverband der CDU hatte zur Bürgerdebatte über Petershausen geladen. Der Stadtteil habe sich baulich mit den Häusern am Seerhein, an der Bahnlinie und der Gemeinschaftsschule enorm entwickelt, sagte Stadtverbandsvorsitzender Fabio Crivellari. Nun müsse es darum gehen, die Menschen auf attraktiven Plätzen zusammenzuführen. Hier gebe es noch Entwicklungsbedarf, etwa am Zähringerplatz. Den Benediktinerplatz nannte Crivellari wegen seiner Tristesse einen der "öden Orte" von Konstanz.

Auch Dietmar Messmer von der Bürgergemeinschaft Petershausen regte Verbesserungen an. Er schlug vor, Spielplätze zu schaffen, die auch Behinderte nutzen können, mehr Sitzmöglichkeiten an der Wiese in der Moltkestraße aufzustellen und vor dem Haus für Asylbewerber in der Luisenstraße wieder Bänke zu errichten. Zudem regte er die Freigabe der Flächen des Rheinstrandbads in den Abendstunden an. Oberbürgermeister Burchardt sieht dafür kaum Chancen. Denn die Badegäste erwarteten am nächsten Morgen ein scherbenfreies Bad.

Burchardt hält vielmehr die Idee der Jungen Union für interessant, den Webersteig vom Verkehr zu entlasten und umzugestalten, um ihn attraktiver zu machen für Menschen, die sich am Seeufer aufhalten wollen. Zu Plänen eines Investors, mit einem Luxusressort im Bündingen-Park mehr Flächen zu überbauen als im Bebauungsplan vorgesehen sind, machte der OB deutlich, dass er diese für politisch nicht durchsetzbar hält: "Ich rate, sich ans Baufenster zu halten."

Mit Blick auf die Neubauten in Petershausen-West sagte der OB, das Quartier habe sich zum Besseren entwickelt, es seien attraktive neue Aufenthaltsräume entstanden. Die Stadt bemühe sich trotz komplizierter Eigentümer-Verhältnisse, eine durchgängige Fußgängerachse am Seerhein vom Bodensee-Forum bis nach Stromeyersdorf zu schaffen. Zur Debatte um die Lärm- und Müllprobleme durch nächtliche Feiernde am Ufer des früheren Herosé-Geländes, sagte der OB: Der letzte Antrag auf einen kommunalen Ordnungsdienst im Gemeinderat sei zwar "weggetrickst" und in den Haupt- und Finanzausschuss verwiesen worden, doch die politische Mehrheit dafür stehe.

CDU-Fraktionsvorsitzender Roger Tscheulin betonte: "Wir brauchen Mittel, damit Regeln eingehalten werden", etwa die Nachtruhe. So sieht das auch Anwohner Hans Joachim Hildenbrand. Basel habe mit Streifen Erfolg, die saftige Strafen verhängen können, sollte außerhalb bestimmter Zonen gegrillt oder wild uriniert werden. Student Lukas Roser sprach sich für eine von den Wohnbauten abgerückte Grillzone aus.

Während mehrere Redner aus dem Publikum auf den Plätzen in Petershausen das Grün vermissten, mahnte der gelernte Forstwirt Uli Burchardt an, einen neu gesetzten Baum nicht nach seiner jetzigen Wirkung zu beurteilen, sondern zu berücksichtigen, dass er enorm wachse.

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